Der Verein braucht dringend
Geld- und Sachspenden, um den
Betrieb halbwegs sicherstellen
zu können. Bezirksvorsteherin
Erzina Brennecke verschaffte
sich vor Ort einen Eindruck von
den Schäden. Sie dankte dem 650
Mitglieder starken Verein für
sein großes Engagement in der
Jugendarbeit und sicherte die
Unterstützung der
Bezirksvertretung zu.

Geflutet wurde das Vereinsheim
über einen Revisionsschacht mit
drei Zuleitungen. Daher stellt
sich die Frage, ob die Stadt als
Eigentümerin des Gebäudes nicht
auch in der Verantwortung ist.
Denn immer wieder weist die die
Stadt Hauseigentümer auf ihre
Pflicht hin, Vorsorge durch
Rückstauklappen zu treffen. Die
fehlten hier.
Betroffen von den Auswirkungen
der Überschwemmung sind alle 15
Jugend- und die sechs
Seniorenmannschaften des
Vereins. Die seien inzwischen
informiert, dass sie nach dem
Training nicht mehr duschen
könnten, sagt der 1.
Vorsitzende, Michael Schulz.
Weitere Folge: Das
Vorbereitungsturnier für die
Kreisliga B und C am Wochenende
fällt aus. In einem großen
Kraftakt will der Verein aber
das große Jugendturnier in 14
Tagen mit Mannschaften aus ganz
NRW stemmen. „Das brauchen wir
gerade jetzt“, so Schulz.
Schaden haben alle Einrichtungen
des Vereins genommen. Da ist
zunächst das Vereinsheim. Die im
Keller gelegenen Räume wurden
überflutet. Kaputt ist unter
anderem die gerade neu
installierte Küchenzeile. In
vollem Gange war der Umbau des
Geschäftszimmers. Nichts ist
noch brauchbar. Schrott sind
Waschmaschinen und Trockner,
Kühlschränke und die
Büroeinrichtung. Heizung und
Elektrik müssen komplett neu
installiert werden.
Aufgrund der Spielpause waren
die meisten Trikots zum Reinigen
und Sortieren im Vereinsheim:
alles hin. Auch ein großer Teil
der Bälle, alle Spielerpässe und
viel Trainingsmaterial lagen im
Wasser. Erst am Samstag war die
teure Lautsprecheranlage nach
einer Reparatur wieder im
Vereinsheim eingelagert worden.
„Wie hoch der Schaden ist,
können wir noch gar nicht
beziffern“, sagte der 2.
Vorsitzende, Oliver Gutsche.
Doch damit nicht genug. Der eben
erst fertiggestellte
Kunstrasenplatz ist im Bereich
des Mittelkreises hochgekommen.
Die Stadt als Eigentümer hat den
Platz bis Dienstag kommender
Woche gesperrt. Dann soll ein
Gutachter den Schaden
feststellen. Der Rasenplatz im
Marienstadion ist auch nur
eingeschränkt nutzbar. Auch er
stand unter Wasser und fühlt
sich an manchen Stellen nicht
fest, sondern schwammig an.
Training und Spiele sollten
daher auf den Platz an der
Hardinghausstraße verlegt
werden. Er war ebenfalls
überflutet. Ob er rasch nutzbar
ist, seht noch nicht fest.

Foto:
Lippewelle
Um das Vereinsheim wieder
instand zu setzen, wären hohe
Investitionen erforderlich.
Schulz und Gutsche fragen sich,
ob es überhaupt sinnvoll wäre,
Die Räume wieder so herzurichten
wie bisher. „Bei der nächsten
Flut ist dann wieder alles
zerstört“, befürchtet Gutsche.
Da der Verein ohnehin
zusätzliche Umkleideräume
benötigt und Erweiterungspläne
schon lange diskutiert werden,
fragt Schulz: „Wäre es dann
nicht sinnvoll, jetzt ein neues
Gebäude zu errichten?“ Dort
könnten dann sicher vor solchen
Regengüssen Geschäftszimmer,
Küche, Materiallager,
Aufenthalts- und Verkaufsraum
untergebracht werden. Ebenso
könnte eine behindertengerechte
Toilette gebaut werden. „Die
zusätzlichen Duschen und
Umkleiden fänden im Untergschoss
des jetzigen Vereinsheimes
Platz. Bei Überschwemmung gäbe
es kaum Schäden.“, so Schulz. -
jim