SVE Heessen sorgt für hohen Unterhaltungswert
HAMM ▪ Eines können die Zuschauer von Fußball-Bezirksligist SVE Heessen wirklich nicht behaupten – dass es mit ihrem Team langweilig wäre. Denn nach zwei torreichen Niederlagen zeigte die Elf von Trainer Volker Messner am Sonntag beim 4:2-Erfolg im Derby gegen den TuS Wiescherhöfen wieder ihr besseres Gesicht.
Durch den Erfolg gegen den Stadtrivalen, den der SVE-Coach „unserer besten Saisonleistung“ zuschreibt, unterbanden die Heessener zumindest vorerst Diskussionen darum, ob sich die Abwärtsspirale am Marienstadion nach dem Abstieg aus der Landesliga weiter dreht. „Das Spiel war für uns ein Scheidepunkt: Müssen wir wieder nach unten gucken oder können wir erst einmal durchatmen?“, weiß Messner.
Doch wie erklärt sich dieser Mangel an Konstanz, der den SVE zwischen Torfestivals (Füchtorf) und Auflösungserscheinungen in der eigenen Defensive (Hilbeck) schwanken lässt? Zum einen durch die Qualität der Gegner, findet Messner: „Wir hatten ein schweres Auftaktprogramm“. Tatsächlich hielten die ersten fünf Spieltage für Heessen mit dem Mitabsteiger Wolbeck sowie den möglichen Aufstiegsanwärtern Hilbeck, Peckeloh und Wiescherhöfen schwere Brocken bereit. Zum anderen bringt die Ausrichtung der SVE-Elf eine gewisse Sorglosigkeit mit sich. „Wir versuchen immer, nach vorne etwas zu machen und sind offensiv ausgerichtet. Unser Problem ist, dass wir konteranfällig sind“, erklärt der Trainer. Ferner ist zu berücksichtigen, dass der Kader im Vergleich zur vergangenen Spielzeit umgebaut wurde. „Wir haben nochmals einen Umbruch vollzogen und nur 16 Akteure zur Verfügung. Da ist nicht viel Spielraum“, muss Messner mit seinem Personal haushalten.
Allerdings erkennt der SVE-Trainer gegenüber der Abstiegssaison, in der die offensive Harmlosigkeit (nur 28 eigene Treffer) seine Mannschaft ins Verderben stürzte, Fortschritte. Nach fünf Partien stehen bereits 15 Tore zu Buche. „Offensiv sind wir jetzt stärker besetzt, so wie wir es uns erhofft haben“, freut sich der Coach, und meint daher, „dass wir uns in der Bezirksliga halten können.“
Mit dem Sieg gegen Wiescherhöfen, der die Punkte fünf bis sieben einbrachte, stellt Messner fest: „Eigentlich sind wir im Soll.“ Jedoch erwartet den SVE am kommenden Sonntag beim Tabellenführer SV Welver erneut eine ganz schwere Aufgabe, wo die Zuschauer wieder viele Tore erwarten können. ▪ cm
Allerdings schlugen die Gastgeber daraus kein Kapital,
denn die flüssig vorgetragenen Angriffe wurden von der
kompakten und sicher stehenden Heessener Defensive
spätestens am eigenen Strafraum gestoppt.Nach der
Balleroberung versuchte die Mannschaft von Eddy Chart und
Volker Messner mit schnellen Kontern für Gefahr zu sorgen
und kam nach einer knappen Viertelstunde zu ersten
Möglichkeiten. Bei einem Freistoß von Ali Karaman aus
halbrechter Position offenbarte HSV-Schlussmann Dominique
Nowak einige Probleme (14.). In der 22. Spielminute bediente
Haluk Metin bei einem Konterangriff Steffen Sommer sehr gut,
doch im letzten Moment war ein Abwehrbein dazwischen. Nur
eine Minute später zielte Andre Chart von der
Strafraumgrenze nur etwas zu hoch.Nach diesen guten
Gelegenheiten präsentierte sich der Landesligist mutiger und
gestaltete die Begegnung ausgeglichen. SVE-Torwart Cüneyt
Tüten musste sein Können erstmals in der 41. Minute zeigen,
als er einen Schuss von Kevin Lanzendörfer klasse
parierte.Nach der Halbzeitpause schickte HSV-Trainer
Hans-Werner Moors eine komplett neue Mannschaft auf das
Feld, die in den ersten Minuten aktiver und zielstrebiger
wirkte. Aber auch ihr gelang es nicht, sich klare Torchancen
herauszuspielen.Das alles entscheidende Tor gelang
schließlich dem SVE Heessen durch eine Standardsituatio
n in
der 65. Minute. Mittelfeldregisseur Ali Karaman brachte
einen Freistoß hart in den Fünfmeterraum, wo Pierluca Pra
goldrichtig stand und das Leder aus vier Metern über die
Linie spitzelte.Ein großes Aufbäumen der Hammer SpVg war
nach dem Rückstand nicht zu sehen, so dass die Heessener
kaum Mühen hatten, den Vorsprung sicher über die Zeit zu
bringen. Lediglich ein abgefälschter Distanzschuss von Marc
Dyballa in der Schlussminute hätte noch für den Ausgleich
für die HSV sorgen können.„Wir haben uns sehr gut verkauft,
obwohl uns noch einige Spieler fehlen“, freute sich
SVE-Trainer Eddy Chart. „Wir hatten nur in den ersten 20
Minuten einige Probleme, haben ansonsten aber taktisch
diszipliniert gespielt und sowohl läuferisch als auch
spielerisch überzeugt.“ StHammer SpVg (1. Halbzeit): Nowak –
S. Dyballa, Kaminski, Kücük, Lanzendörfer, Kraus, Bollmann,
Stojkoski, Fiore, Stein, Kuntz
Respekt
voreinander und tasteten sich gegenseitig im Mittelfeld ab.
Einen ersten verbalen Schlagabtausch lieferten sich nach
einem Foul an SVE-Torwart Cüneyt Tüten (10.) die Trainer
Eddy Chart und sein Beckumer Kollege Ralf Eikelmann an der
Seitenlinie. Vielleicht waren es noch die Nachwehen des
Fouls, das der in dieser Saison bislang so starke Heessener
Schlussmann in der 25. Minute einen Freistoß von Sascha
Seiler aus rund 30 Metern nicht zu fassen bekam und die
Spielvereinigung so etwas überraschend mit 0:1 in Führung
ging. Fünf Minuten zuvor hatte Haluk Metin die Führung für
die Hausherren auf dem Fuß. Nachdem er das Leder von Roman
Boßmeyer erobert hatte, scheiterte er jedoch an Beckums
Torwart Alexander Dabrock.
Konter
ein.
Ali Karaman stürmte über
die rechte Seite vor und wollte eigentlich scharf nach innen
zu Haluk Metin flanken, doch Beckums Verteidiger Roman
Boßmeyer fälschte den Ball zum 2:1 ins eigene Tor ab (48.).
Im Anschluss drängte Beckum auf den Ausgleich, doch nun
zeigte Heessens Torwart Cüneyt Tüten mit einigen starken
Paraden sein wahres Gesicht. Zunächst wehrte er einen Schuss
von Michael Lade ab (55.), danach einen Kopfball von Hazim
Ergun (72.). Eddy Chart hoffte an der Seitenlinie, dass
seine
Mannschaft zu Konterchancen kam, doch Haluk Metin vergab in
der 75. Minute die einzige Chance zur vorzeitigen
Entscheidung.
Beim SVE
überzeugte besonders Wolfram Buttermann, der fast keinen
Zweikampf verlor. In der Offensive hatte es Haluk Metin
dagegen schwer. Der quirlige Stürmer zeigte sich sehr
engagiert und behauptete viele Bälle, doch zu oft fehlte ihm
die notwendige Unterstützung aus dem Mittelfeld. Daher hatte
Heessen auch seine zweite Möglichkeit nach einem
Distanzschuss von Lars König (23.).