Die Vereinsgeschichte
SC Eintracht Heessen - VFL Kamen 3 : 1
WAZ Montag 5.Mai 1980
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Meister SC Eintracht Heessen beendet Saison standesgemäß 988 zahlende Zuschauer sahen im Marienstadion 3:1 gegen VFL Kamen Vor 988 zahlenden Zuschauern schloss der SC Eintracht Heessen gestern Nachmittag im Marienstadion eine ausgezeichnete Spielzeit mit einem 3:1 ( 1:0 )- Erfolg gegen den VFL Kamen ab. Die Eintrachtler, die sich bereits acht Tage zuvor den Aufstieg in die Verbandsliga gesichert hatten, bestätigten damit den 4:1- Erfolg aus dem Hinspiel. Dabei waren die Kamener alles andere als gewillt, angesichts der festlichen Volksfest- Stimmung im Marienstadion den Heessenern ein Meistergeschenk zu überreichen. Sie kämpften bis zur letzten Sekunde um eine Resultatsverbesserung und mussten sogar zwischen der 64. und 72. Minute mit acht (!) Feldspielern auskommen, weil Mannschaftkapitän Maidorn ( 62. Minute) und Axel Pflug (64) wegen "Meckerns" von Schiedsrichter Konczak jeweils eine 10-Minuten-Strafe aufgebrummt bekamen. Die Entscheidungen des Unparteiischen gingen zwar in Ordnung, aber "auslösendes Element "zu der berechtigten Kritik bei nicht angezeigten Abseitsstellung war Linienrichter Bernhard Kiene von der SSG Hamm, der gestern Nachmittag "an der Fahne" alles andere als eine glückliche Hand hatte. |
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Dem ausgezeichneten Torhüter Horst Zablocki hatten es die Kamener Gäste zu verdanken, wenn das Heessener Führungstor so lange auf sich warten ließ. Gegen Roman Bauer rettete Zablocki (4) per Fußabwehr. Zwei Minuten später verfehlte Elmerhaus nur knapp den hohen Winkel. Dann war es wieder Bauer (8), der Zablocki zu einer "Robinsonade" zwang. Hölscher und Albring scheiterten in der 10. Minute mit Schuss und Nachschuss gleich zweimal an Zablocki. Dabei mussten die Eintrachtler gegen den böigen Wind spielen. Eintracht-Trainer Peter Koch hatte sich einen guten taktischen Schachzug einfallen lassen. Auf dem Papier stand Berti Hölscher zwar als Sturmspitze ( Nr.9) tatsächlich war er aber Sonderbewacher des in der kommenden Saison beim SC Eintracht spielenden Willi Sudhaus. Der quirlige Kamener, der auch schon beim Herringer SV spielte, wollte sich vor seinen "neuen Freunden" ins beste Licht rücken, lief, kämpfte und rackerte sich ab- auf schritt und Tritt von Hölscher verfolgt, der sich auch auf dem Sportplatz als "Polizist" bewährte. |
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Die Gastgeber mussten nach wie vor auf Torjäger Norbert Tzschachmann und Peter Schlieper (beide verletzt) verzichten. Auf der Bank saßen Friedhelm Schuster (für ihn hütete Michael Rösner das Tor) und die in der zweiten Halbzeit für "Charly" Kaufmann und "Spatz" Sperlich eingesetzten Norbert Mehle und Volker Messner. Den ersten Heessener Treffer erzielte Detlef Albring, der vor dem Kamener Tor außerdem noch einige gute Kopfballszenen hatte, bei denen der Ball nur knapp das Ziel verfehlte. Erstaunlich, dass das 1:0 in der 35. Minute auf das Konto von Libero (Sperlich) und Vorstopper (Albring) ging, wobei Sperlich fast von der Torauslinie seinen Mannschaftskameraden millimetergenau bediente. Eine Minute vor dem Pausenpfiff hätte Albring im Anschluss an einer Ecke beinahe per Kopfstoß das 2:0 erzielt. |
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Obwohl die Gäste bereits vor dem Seitenwechsel mit dem
schnellen Flügelstürmer Daniel und Sturmspitze Rehbein Gefährlichkeit angedeutet
hatten, fiel der ausgleich dennoch unerwartet. David Schoss scharf auf das
Heessener Tor (51.) Popils Rettungsaktion auf der Linie misslang. Von seinen
Unterschenkel sprang der Ball endgültig ins Netz. Prächtig dann Norbert
Mehles Direktschuss (60.) zur erneuten Führung. Kamens Abwehr war etwas
durcheinander. Mit dem linken Fuß hatte Mehle aus 17 m Entfernung Erfolg.
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| Als die Gäste innerhalb von zwei Minuten Maidorn und Pflug für zehn Minuten verloren, hätte man den Platzherren bei der deutlichen Überlegenheit, einen weiteren Treffer zugetraut. Der wurde aber erst Wirklichkeit, nachdem die Kamener wieder komplett waren. Nach einer Linksflanke von Roman Bauer (79.) täuschte Klaus-Peter Kampschulte seinen Bewacher Syring und erwischte anschließend mit seinem Flachschuss ins lange Eck Zablocki auf den "falschen" Fuß. |
| Unmittelbar nach dem Anpfiff überreichte der Vorsitzende des Stadtsport-Ausschusses, Hermann Jürgens, dem Heessener Kapitän Franz Popil einen Ball. Ein nettes Geschenk hatten sich auch die mit Abteilungsleiter Karl Piebrock und Peter Schötz im Mittelkreis erscheinenden Handballer ausgedacht. |
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Marienstadion: Jubel und Trubel Fest im Freien mit 1000 Gästen Bei Freibier und Ochsenbraten herrschte rechte Aufstiegsstimmung Jubel, Trubel, Heiterkeit! Der SC Eintracht Heessen feierte gestern mit fast 1000 Besuchern vor und nach dem letzten Meisterschaftsspiel gegen den VFL Kamen (3:1) ein rauschendes Fest. Im Marienstadion wurde der Aufstieg in die Verbandsliga mit vielen Getreuen zünftig "begossen" Zum marschierte sogar aus Darmstadt eine Trachtenkapelle (Leitung Sepp Gussmann) ein, die aus Original-Bayern gebildet wurde. Zuvor hatten sich bereits die Mädchen und Jungen des Spielmannzuges Lohauserholz unter der Leitung von Uwe Dreihaus in Szenen gesetzt. Bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn ließen Jugendliche zahlreiche bunte Ballons in den sonnigen Himmel steigen. Der böige Wind hatte die Ballons sehr schnell "weggetragen". Vereinsvorsitzender Hans-Dieter Wittholt begrüßte den ersten Bürgermeister Jürgen Wieland, der sich als "Heessener Junge" verständlicherweise besonder über den Erfolg der Eintracht freute, den Bezirksvorsteher Erich Polkaehn, Staffelleiter Karl-Heinz Fork aus Unna und als Stellvertreter für Hammer Vereine den Stadtsportbund-Vorsitzenden Fritz Corzillius, Wittholts Glückwünsche galten der erfolgreichen Landesliga-Mannschaft und Trainer Peter Koch. Der Aufstieg in die Verbandsliga sei der größte Erfolg in der zehnjährigen Geschichte des SC Eintracht Hamm. In den Dank für geleistete Arbeit, schloss Wittholt Abteilungsleiter Wolfgang Groß ein. Blumen gab es für Spielführer Franz Popil. "Ist das ein Tag, ist das ein Ereignis", begann Bürgermeister Wieland seine "Jubelrede". Er heimste wohlwollendes Gelächter ein, als der den SC Eintracht zum Meister der Verbandsliga machte. Vielleicht ein gutes Omen, dass den Heessenern der gleiche Durchmarsch gelingt wie den Rot-Weißen auf der anderen Seite von Kanal und Lippe. Zum Meisterabend lud Jürgen Wieland die HSV, den SC Eintracht Hamm und den SC Arminia nach Oberwerries ein. Vielleicht nimmt man die Bezirksliga-Aufsteiger vom BV 09 auch dazu. Sie haben es ebenfalls verdient, diesen einmaligen Hammer Fußballerfolg in achtzigjähriger Kicker-Geschichte mitfeiern zu dürfen. Staffelleiter Karl-Heinz Fork (Unna) hatte ebenfalls Blumen mitgebracht. Er sagte "Wir geben den besten Klub an die Verbandsliga ab" Für die Alte-Herren-Abteilung gratulierten "blumenreich" Manfred Otto und Helmut Tomlik. Werner Schulte bewährte sich als geschulter "Einweiser" mit zwei Linienrichter-Flaggen, als ein Hubschrauber aus Ahlen mit dem Ballspender Paul Kleine an Bord dreißig Sekunden vor der angegebenen Zeit von 14:55 im Mittelkreis landete uns die Kreide "wegfliegen" ließ. So pünktlich geht es im Luftraum zu. Unmittelbar vor Spielbeginn herzlicher Beifall für das Trio Jürgen Kaufmann. Karl Elmerhaus und Berthold Hölscher, dass sich aus der ersten Mannschaft verabschiedete
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